Auszug aus dem Entscheid Nr. 118/2023 vom 14. September 2023 Geschäftsverzeichnisnummer 7843 In Sachen: Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 79 und 81 des Gesetzes vom 21. Januar 2022 « zur

Auszug aus dem Entscheid Nr. 118/2023 vom 14. September 2023

Geschäftsverzeichnisnummer 7843

In Sachen: Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 79 und 81 des Gesetzes vom 21. Januar 2022 « zur Festlegung verschiedener steuerrechtlicher Bestimmungen », erhoben von der « Société d'Exploitation du Pioneering Spirit » AG.

Der Verfassungsgerichtshof,

zusammengesetzt aus den Präsidenten L. Lavrysen und P. Nihoul, und den Richtern T. Giet, J. Moerman, M. Pâques, Y. Kherbache, D. Pieters, S. de Bethune, E. Bribosia und K. Jadin, unter Assistenz des Kanzlers N. Dupont, unter dem Vorsitz des Präsidenten L. Lavrysen,

erlässt nach Beratung folgenden Entscheid:

  1. Gegenstand der Klage und Verfahren

    Mit einer Klageschrift, die dem Gerichtshof mit am 26. Juli 2022 bei der Post aufgegebenem Einschreibebrief zugesandt wurde und am 27. Juli 2022 in der Kanzlei eingegangen ist, erhob die « Société d'Exploitation du Pioneering Spirit » AG, unterstützt und vertreten durch RÄin A. Visschers und RA S. Vanthienen, in Brüssel zugelassen, Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 79 und 81 des Gesetzes vom 21. Januar 2022 « zur Festlegung verschiedener steuerrechtlicher Bestimmungen » (veröffentlicht im Belgischen Staatsblatt vom 28. Januar 2022).

    (...)

  2. Rechtliche Würdigung

    (...)

    In Bezug auf die angefochtenen Bestimmungen und deren Kontext

    B.1. Die klagende Partei beantragt die Nichtigerklärung der Artikel 79 und 81 des Gesetzes vom 21. Januar 2022 « zur Festlegung verschiedener steuerrechtlicher Bestimmungen » (nachstehend: Gesetz vom 21. Januar 2022).

    B.2.1. Die angefochtenen Bestimmungen ändern die Regelung der Tonnagesteuer ab, die durch das Programmgesetz vom 2. August 2002 festgelegt worden ist.

    B.2.2. Die Tonnagesteuer ist eine abweichende Regelung der Einkommensteuern für die Seeschifffahrt sowie für den Gewinn aus der Verwaltung von Seeschiffen für Rechnung von Dritten, wobei der Gewinn auf pauschale Weise auf Grundlage der Tonnage der Seeschiffe festgestellt wird, mit denen dieser Gewinn erwirtschaftet wird (Artikel 116 Absatz 1) oder die verwaltet werden (Artikel 124 § 1). Der Anwendungsbereich dieser Regelung hängt mit der gesetzlichen Definition von Begriffen wie « Gewinn aus der Seeschifffahrt » und « Verwaltung eines Seeschiffs für Rechnung von Dritten » zusammen (Artikel 115). Der Steuerpflichtige muss die Anwendung der Tonnagesteuer bei der Steuerverwaltung selbst beantragen (Artikel 117). Wenn die Steuerverwaltung dem Antrag stattgibt, gelangt die Regelung der Tonnagesteuer in Bezug auf den Besteuerungszeitraum, der auf den Zeitraum folgt, in dem der Antrag gestellt wurde, zur Anwendung und gilt die Regelung für zehn Jahre mit einer stillschweigenden Verlängerung um den gleichen Zeitraum von zehn Jahren, außer im Falle einer rechtzeitigen Beendigung durch den Steuerpflichtigen (Artikel 118). Die Feststellung des Gewinns aus der Seeschifffahrt erfolgt pro Schiff und Tag sowie je 100 Nettotonnen anhand einer Tabelle mit Stufen für die Tonnage und Festbeträgen pro Stufe (Artikel 119 § 1), wobei der Mehr- oder Minderwert bezüglich dieses Schiffs als im pauschal festgelegten Gewinn enthalten angesehen wird. Solange der Steuerpflichtige in den Anwendungsbereich der Tonnagesteuer fällt, kann er erlittene berufliche Verluste weder vom Gewinn abziehen (Artikel 120) noch sich auf den Investitionsabzug berufen (Artikel 123 §§ 2 bis 4).

    B.2.3.1. Durch den angefochtenen Artikel 79 des Gesetzes vom 21. Januar 2022 werden Artikel 116 des Programmgesetzes vom 2. August 2002 ein zweiter und ein dritter Absatz hinzugefügt.

    Der so abgeänderte Artikel 116 des Programmgesetzes vom 2. August 2002 bestimmt nunmehr:

    En ce qui concerne les sociétés résidentes et les établissements belges de sociétés non résidentes, les bénéfices imposables en Belgique provenant de la navigation maritime sont, par dérogation aux articles 183, 185, 189 à 207, 233, alinéa 1er, et 235 à 240 du Code des impôts sur les revenus 1992, à la demande du contribuable, déterminés de manière forfaitaire sur base du tonnage des navires qui ont généré ces bénéfices.

    Aucun crédit d'impôt pour recherche et développement conformément aux articles 289quater à 289novies, 292bis et 530 du même Code n'est applicable pendant la période au cours de laquelle les bénéfices provenant de la navigation maritime sont déterminés en fonction du tonnage. La partie éventuellement non imputée du crédit d'impôt pour recherche et développement qui subsiste à la fin de la période imposable qui se clôture au plus tard le 31 décembre 2020 ou qui précède la période imposable au cours de laquelle les bénéfices provenant de la navigation maritime sont déterminés pour la première fois en fonction du tonnage, peut à nouveau être imputée après l'expiration de la période durant laquelle les bénéfices sont ainsi déterminés.

    Le report du crédit d'impôt pour recherche et développement non imputé visé à l'article 292bis, § 1er, alinéa 2, du même Code, est suspendu à partir de l'exercice d'imposition se rattachant à la période imposable qui suit la période visée à l'alinéa 1er [lire : l'alinéa 2] et reprend son cours après l'expiration de la période durant laquelle les bénéfices sont déterminés en fonction du tonnage.

    [...]

    .

    Somit hat der Gesetzgeber einerseits auf allgemeine Weise die Kumulation der Anwendung der Regelung der Tonnagesteuer mit der Anwendung der Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung (nachstehend: Steuergutschrift F&E) ausgeschlossen und andererseits die Verrechnung der bestehenden Steuergutschrift und die Auszahlung des nicht verrechneten Teils der Steuergutschrift ausgesetzt, solange der Steuerpflichtige der Tonnagesteuer unterliegt.

    B.2.3.2. Aus den Vorarbeiten zur angefochtenen Maßnahme (Parl. Dok., Kammer, 2021-2022, DOC 55-2351/001, S. 29) ergibt sich, dass die Maßnahme eine...

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