Auszug aus dem Entscheid Nr. 96/2020 vom 25. Juni 2020 Geschäftsverzeichnisnummer 7052 In Sachen: Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 24, 26, 28

 
KOSTENLOSER AUSZUG

Auszug aus dem Entscheid Nr. 96/2020 vom 25. Juni 2020

Geschäftsverzeichnisnummer 7052

In Sachen: Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 24, 26, 28, 30 und 47 des Dekrets der Wallonischen Region vom 29. März 2018 « zur Abänderung des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung zur Stärkung der Verwaltungsführung und der Transparenz bei der Ausübung der öffentlichen Mandate innerhalb der lokalen und überlokalen Einrichtungen und ihrer Tochtergesellschaften », erhoben von der VoG « Santhea » und anderen.

Der Verfassungsgerichtshof,

zusammengesetzt aus den Präsidenten F. Daoût und A. Alen, und den Richtern T. Merckx-Van Goey, T. Giet, R. Leysen, J. Moerman und M. Pâques, unter Assistenz des Kanzlers F. Meersschaut, unter dem Vorsitz des Präsidenten F. Daoût,

erlässt nach Beratung folgenden Entscheid:

  1. Gegenstand der Klage und Verfahren

    Mit einer Klageschrift, die dem Gerichtshof mit am 13. November 2018 bei der Post aufgegebenem Einschreibebrief zugesandt wurde und am 21. November 2018 in der Kanzlei eingegangen ist, erhoben Klage auf Nichtigerklärung der Artikel 24, 26, 28, 30 und 47 des Dekrets der Wallonischen Region vom 29. März 2018 « zur Abänderung des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung zur Stärkung der Verwaltungsführung und der Transparenz bei der Ausübung der öffentlichen Mandate innerhalb der lokalen und überlokalen Einrichtungen und ihrer Tochtergesellschaften » (veröffentlicht im Belgischen Staatsblatt vom 14. Mai 2018): die VoG « Santhea », die « Centre Hospitalier Régional de la Citadelle » Gen.mbH, Laurent Collignon und die « Centre Hospitalier Bois de l'Abbaye » Gen.mbH, unterstützt und vertreten durch RA P. Levert, in Brüssel zugelassen, und RA. E. Lemmens und RÄin E. Kiehl, in Lüttich zugelassen.

    (...)

  2. Rechtliche Würdigung

    (...)

    B.1. Die Klage auf Nichtigerklärung richtet sich gegen die Artikel 24, 26, 28, 30 und 47 des Dekrets der Wallonischen Region vom 29. März 2018 « zur Abänderung des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung zur Stärkung der Verwaltungsführung und der Transparenz bei der Ausübung der öffentlichen Mandate innerhalb der lokalen und überlokalen Einrichtungen und ihrer Tochtergesellschaften » (nachstehend: Dekret vom 29. März 2018).

    Mit dem Dekret vom 29. März 2018 « werden die Leitlinien der Regierung, die in ihrer Erklärung zur Regionalpolitik 2017-2019 enthalten sind, sowie die Empfehlungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der damit beauftragt war, die Transparenz und Funktionsweise der PUBLIFIN-Gruppe zu untersuchen, in seinem Bericht vom 6. Juli 2017 umgesetzt » (Parl. Dok., Wallonisches Parlament, 2017-2018, Nr. 1047/1, S. 3).

    B.2.1.1. Durch Artikel 24 des Dekrets vom 29. März 2018 wird Artikel L1523-15 des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung abgeändert. Diese Abänderung ist am 24. Mai 2018 in Kraft getreten.

    Artikel 24 Nr. 1 des Dekrets vom 29. März 2018 wurde durch das Dekret der Wallonischen Region vom 26. April 2018 « zur Abänderung von Artikel 24 des Dekrets vom 29. März 2018 zur Abänderung des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung zur Stärkung der Verwaltungsführung und der Transparenz bei der Ausübung der öffentlichen Mandate innerhalb der lokalen und überlokalen Einrichtungen und ihrer Tochtergesellschaften » (nachstehend: Dekret vom 26. April 2018) abgeändert, um « einen Schreibfehler zu korrigieren » (Parl. Dok., Wallonisches Parlament, 2018-2019, Nr. 1098/1, SS. 2 und 3).

    In der durch das Dekret vom 26. April 2018 abgeänderten Fassung bestimmt Artikel 24 des Dekrets vom 29. März 2018:

    Artikel L1523-15 desselben Kodex wird wie folgt abgeändert:

    1° Paragraf 1 wird um zwei Absätze mit folgendem Wortlaut ergänzt:

    ' Die Verwalter vertreten entweder angeschlossene Gemeinden, Provinzen oder ÖSHZ, oder andere juristische Personen öffentlichen Rechts, oder private Gesellschafter, oder aber werden als Unabhängige betrachtet.

    Die Anzahl unabhängiger Verwalter beträgt höchstens zwei. Sie werden von der Generalversammlung mit einer Stimmenmehrheit von Dreivierteln ernannt, auf Vorschlag des Verwaltungsrats, der mit einer Stimmenmehrheit von Dreivierteln ausgedrückt wird. Die Bedingungen, Titel, Eigenschaften und Verbote, die für diese Verwalter gelten, oder von ihnen verlangt werden, sind diejenigen nach Artikel 526ter des Gesetzbuches über die Gesellschaften. ';

    2° in Paragraf 3 wird Absatz 1 um folgenden Satz ergänzt:

    ' Im Falle von Interkommunalen, denen Gemeinden aus mehr als einer Region angeschlossen sind, werden die Verwalter, was die wallonischen Gemeinden betrifft, nach Artikel 167 und 168 des Wahlgesetzbuches und, was die Gemeinden der anderen Regionen betrifft, nach den Satzungsbestimmungen der Interkommunale benannt. ';

    3° in Paragraf 3 wird Absatz 5 außer Kraft gesetzt;

    4° in Paragraf 3 wird Absatz 6 durch Folgendes ersetzt:

    ' Jede demokratische politische Fraktion im Sinne von Artikel L1231-5 § 2 Absatz 5, die mindestens über einen gewählten Vertreter innerhalb einer der angeschlossenen Gemeinden und mindestens einen gewählten Vertreter im Wallonischen Parlament verfügt und die nicht gemäß dem im vorliegenden Paragrafen erwähnten System der Proportionalvertretung vertreten ist, hat Anrecht auf einen Sitz mit Beobachterstatus nach Artikel L5111-1, mit beratender Stimme. ';

    5° Paragraf 3 wird um einen Absatz mit folgendem Wortlaut ergänzt:

    ' Die Absätze 1 bis 4 des vorliegenden Paragrafen finden mutatis mutandis auf die Verwalter, die die angeschlossenen ÖSHZ vertreten, Anwendung. ';

    6° in Paragraf 5 Absatz 1 werden die Wörter ' dreißig Einheiten ' durch ' zwanzig Einheiten ' ersetzt;

    7° in Paragraf 5 wird Absatz 4 durch Folgendes ersetzt:

    ' Eine Interkommunale mit bis drei kommunalen Gesellschaftern kann höchstens sieben Verwalter haben. Wenn es vier kommunale Gesellschafter gibt oder wenn mehr als vier Gemeinden angeschlossen sind und sie weniger als hunderttausend Einwohner betreuen, darf der Verwaltungsrat eine Höchstanzahl von elf Verwaltern umfassen. ';

    8° er wird um die Paragrafen 8 und 9 mit folgendem Wortlaut ergänzt:

    ' § 8. Der Verwaltungsrat benennt unter seinen Mitgliedern höchstens einen Vorsitzenden und einen stellvertreten Vorsitzenden. Er benennt seine Vertreter in den Gesellschaften mit einer bedeutenden lokalen öffentlichen Beteiligung.

    § 9. Der Verwaltungsrat hält jedes Jahr mindestens sechs Sitzungen. Falls dies nicht der Fall ist, erklärt der Verwaltungsrat im jährlichen Geschäftsbericht die Gründe dafür. '

    .

    B.2.1.2. Artikel L1523-15 § 3 des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung wurde durch Artikel 1 des Dekrets vom 14. Februar 2019 « zur Abänderung von Artikel L1523-15 des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung » (nachstehend: Dekret vom 14. Februar 2019) ersetzt.

    Diese Abänderung bezweckte, « ein Problem der Kohärenz, das sich aus den nicht koordinierten aufeinanderfolgenden Abänderungen ergeben hat » (Parl. Dok., Wallonisches Parlament, 2017-2018, Nr. 1260/1, S. 3), die insbesondere durch das Dekret vom 29. März 2018 vorgenommen wurden, zu lösen.

    B.2.1.3. Artikel L1523-15 des Kodex der lokalen Demokratie und der Dezentralisierung bestimmt in der durch die Dekrete vom 29. März 2018 und 14. Februar 2019 abgeänderten Fassung:

    § 1er. Sans préjudice du § 4, alinéa 2, du présent article, l'assemblée générale nomme les membres du conseil d'administration.

    Les administrateurs représentent soit des communes, provinces ou C.P.A.S. associés, soit des autres personnes morales de droit public, soit des associés privés, soit sont considérés comme indépendants.

    Le nombre d'administrateurs indépendants est fixé à un maximum de deux. Ceux-ci sont nommés par l'Assemblée générale à la majorité des 3/4 des voix et sur présentation du conseil d'administration exprimé à la majorité de 3/4 des voix. Les conditions, titres, qualités et interdictions requises ou applicables à ces administrateurs sont celles prévues à l'article 526ter du Code des sociétés.

    § 2. Les administrateurs représentant respectivement les communes, provinces ou C.P.A.S. associés sont de sexe différent.

    § 3. Sans préjudice du paragraphe 4 du présent article, les administrateurs représentant les communes associées sont désignés respectivement à la proportionnelle de l'ensemble des conseils communaux des communes associées conformément aux articles 167 et 168 du Code électoral. Toutefois, pour les intercommunales auxquelles des communes de plus d'une Région sont affiliées, les administrateurs sont désignés, conformément aux articles 167 et 168 du Code électoral pour ce qui concerne les communes wallonnes, et conformément aux dispositions statutaires de l'intercommunale pour ce qui concerne les communes des autres Régions.

    Pour le calcul de cette proportionnelle, il sera tenu compte des éventuels critères statutaires ainsi que des déclarations individuelles facultatives d'apparentement ou de regroupement.

    Les déclarations d'apparentement ou de regroupement ne peuvent être faites qu'une seule fois, vers une seule liste et pour l'ensemble des mandats dérivés du conseiller communal. Elles sont publiées sur le site internet de la commune.

    Le collège communal communique à l'intercommunale, au plus tard le 1er mars de l'année qui suit celle des élections communales ou provinciales, le nom des conseillers communaux, leur groupe politique et, le cas échéant, les apparentements ou les regroupements, tels qu'ils ressortent des déclarations individuelles actées en séance du conseil communal.

    Par contre, il n'est pas tenu compte pour le calcul de cette proportionnelle du ou desdits groupes politiques qui ne respecteraient pas les principes démocratiques énoncés, notamment, par la Convention de sauvegarde des droits de l'homme et des libertés fondamentales, par les protocoles additionnels à cette convention en vigueur en Belgique, par la loi du 30 juillet 1981 tendant à réprimer certains actes inspirés par le racisme et la xénophobie et par la loi du 23...

Um weiterzulesen

FORDERN SIE IHR PROBEABO AN